Test: Sena 50S Motorrad-Headset ausprobiert

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir die erste Mesh-Generation der Kommunikationsheadsets von Sena getestet. Das Sena 30K (hier unser Testbericht) hat uns schon damals überzeugt und wurde mittlerweile sogar per Firmware-/Softwareupdate auf Mesh 2.0 aktualisiert. Eben diese Mesh 2.0-Technologie steckt auch in der brandneuen 2020er Intercom-Generation von Sena, dem Sena 50S und dem Sena 50R. Was der Unterschied der neuen Modelle ist und ob sich ein Update lohnt, haben wir für euch getestet.

Sena 50S oder Sena 50R?

Beide Geräte, das 50S und das 50R, gehören zu der neuesten Generation der Motorrad-Headsets von SENA. Das 50S orientiert sich dabei designtechnisch am Vorgängermodell 30K und wird über ein Drehrad bedient. Das 50R ähnelt mit seinen drei Bedienknöpfen eher der SF-Serie. Im Gegensatz zum 50S wird das 50R fest am Helm angebracht und kann somit auch nur zusammen mit dem Helm aufgeladen werden. Hinsichtlich der Funktionen und der technischen Ausstattung sind beide Geräte aber fast identisch!
Was genau unterscheidet nun aber die neue Generation vom Vorgänger?

Sena 50R und Sena 50S Verpackung

MESH 2.0 und Bluetooth 5.0

Die 2020er Geräte kommen ab Werk mit der neuen MESH 2.0 Technologie. Diese ermöglicht eine noch stabilere Verbindung zwischen allen MESH-Intercom-Nutzern durch einen zusätzlich implementierten Daten-Rückkanal. Zusätzlich wurde durch die Implementierung von Bluetooth 5 (Sena 30K: Bluetooth 4.1) die Möglichkeit geschaffen eine noch größere Reichweite mit einer vielfach besseren Übertragungsrate bei sparsamerem Batterieverbrauch zu gewährleisten (bis zu 2,0 km in freiem Gelände).

Neuer Akku ermöglicht schnelleres Aufladen

Der neu verbaute Akku ermöglicht ein 30% schnelleres Laden, sodass die Kommunikationsgeräte nach einer Stunde komplett aufgeladen sind. Laut Datenblatt reicht das beim 50S dann für bis zu 9 Stunden MESH oder 14 Stunden Bluetooth-Intercom. Beim 50R ist jeweils eine Stunde weniger angegeben. In unserem Praxistest haben wir es jedoch nicht geschafft die Geräte während eines Tages „leer zu quatschen“. Selbst wenn wir bei unseren Pausenstopps die Geräte eingeschaltet gelassen haben, kamen wir nie mit leerem Akku und somit quasi sprachlos zu Hause an. Und falls doch, gibt es für den Notfall immer noch die Möglichkeit den Akku während des Betriebs (z.B. mit einer Powerbank oder über eine USB-Buchse am Motorrad) zu laden.

Der generelle Ladevorgang des integrierten, aber weiterhin leider nicht wechselbaren Akkus, erfolgt an der 50er Serie nun per modernem USB-C Anschluss. Das 50S kann hierzu aus der Halterung am Helm gelöst und separat geladen werden. Beim 50R muss auf Grund der festen Montage der ganze Helm an die Steckdose.

Steuerung mit Sprachassistenten

Wer seine Sena Motorradfreisprecheinrichtung der 50er Serie mit seinem Smartphone koppelt, der bekommt dank der neuen Integration der Sprachassistenten Google und Siri die Möglichkeit, alle Befehle ohne physische Bedienung des Intercoms auszuführen. Das ist wirklich klasse und funktioniert einwandfrei, wenn man sich mit den entsprechenden Befehlen, die der Sprachassistent zur Umsetzung benötigt, auseinander gesetzt hat. Wer diese Funktion im Alltag bereits nutzt und kennt, wird hier schnell Freude an der gewonnenen Freiheit der Hände haben.

Sena 50S Sprachassistenten Google Siri

Aktualisierte Lautsprecher

Auch die Lautsprecher wurden überarbeitet. Durch ihre kleinere und ergonomischere Form werden potenzielle Reibungspunkte im Helm vermieden. Zusätzlich wurde die Soundqualität optimiert und die HD-Lautsprecher bieten nun einen noch voluminöseren und bassigeren Klang im Vergleich zum Vorgänger. In Verbindung mit der verbesserten Audio-/Datenübertragung durch Mesh 2.0, konnten wir in unserem Test so selbst bei Geschwindigkeiten über 100 km/h problemlos alle Mitfahrer verstehen, den Navigationsansagen folgen oder einfach nur die Musik vom Handy genießen.

Sena 50S verbesserte Lautsprecher

Automatische Software-Updates

Eine weitere Sache, die uns sehr gefallen hat und eine wirkliche Arbeitserleichterung ist, ist das Wi-Fi-fähige Ladekabel (Wi-Fi Sync Cable) dass den neuen Geräten beiliegt. Damit wird die Firmware des Geräts beim Laden automatisch auf den neuesten Stand gebracht. Kein lästiges Verbinden mehr mit einem Computer um die neueste Software auf das Intercom zu installieren. Das ist wirklich smart!
Zum Testen haben wir unser Exemplar des 50S, das mit der Firmware 1.0 ab Werk ausgestattet war, an das Ladekabel angeschlossen, die entsprechenden WLAN-Zugangsdaten über die App eingegeben und abgewartet. Nach dem Ladevorgang war das 50S mit der neuesten Firmwareversion 1.0.2 (Stand 03.06.2020) ausgestattet. Simpel, einfach, funktioniert!

Kommunikation in der Gruppe

Bei unserem Test haben wir uns mit diversen Geräten in einer virtuellen Gruppe versammelt. Dank Mesh-Technologie alles ohne lästiges Koppeln. Aufsteigen, Mesh aktivieren und los gehts!
Unsere Gesprächskonstellation bestand zeitweise aus bis zu 6 Teilnehmern (2x Sena 50S, 2x Sena 30K, 1x Sena Momentum Evo Smarthelm und 1x Sena 20S über +Mesh-Adapter). Wir hatten hierbei keinerlei Probleme und konnten alle Gesprächspartner jederzeit einwandfrei, auch bei höheren Geschwindigkeiten und Entfernungen, verstehen.

Sena 50S und Sena 30K bilden ebenfalls ein gutes Team
Sena 50S und Sena 30K bilden ebenfalls ein gutes Team

Bei mehreren zusätzlich verbundenen Signalquellen, wie zum Beispiel einem Navigationsgerät, wird die aktive Verbindung hervorgehoben und die anderen in Ihrer Lautstärke gedimmt.
Diese und alle anderen Funktionen lassen bequem über die „Sena 50 Utility“ App (Android und iOS) individuell angepassen. Hierüber lassen sich ebenso Optionen wie die Spracherkennungsschwelllautstärke, die Sprache der Ansagen und viele weitere Geräteeinstellungen verändern. So lassen sich zum Beispiel auch die Sender des FM-Radios programmieren, Kurzwahlnummern festlegen oder eine Kurzanleitung ansehen. Mit der RideConnectedApp gibt es außerdem die Option, internationale Telefongespräche mit unbegrenzter Teilnehmerzahl über das mobile Datenkontingent des Smartphones zu führen.

Lohnt eine Neuanschaffung?

Die neue 50er Serie von Senas Motorrad-Kommunikationsgeräten überzeugt vor allem durch ihre neue Hardware und den damit verbundenen Features. Alle Benutzer der Vorgängermodelle ohne Mesh (u.a. 20S, 20S Evo, 10R, 10S, SF1, SF2, SF4 und SFR) bekommen durch die neuen Funktionen und Technologien, sowie dank höherer Reichweite, sparsamerem und schneller ladendem Akku gepaart mit den besseren Lautsprechern und dem simplen Updateprozess der Geräte, einen wirklich Mehrwert geboten. Hinzu kommt die Möglichkeit das verbundene Smartphone per Sprachassistent zu steueren und so zum Beispiel berührungslos einen Anruf zu initiieren.

Wer bereits den Vorgänger aus der 2019er Generation, das Sena 30K, besitzt, sollte genau prüfen, ob die neuen Features einen erneuten (tiefen) Griff in die Geldbörse rechtfertigen, denn mit einem Anschaffungspreis von 359 Euro liegen die Geräte ganz klar im oberen Preissegment. Ein Doppelset (Dual Pack) wandert für 629 Euro über die Ladentheke. Die Kosten lassen sich dann aber immerhin mit einem Bikerkollegen teilen.

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Daniel

Daniel ist Admin des Bremspunkt und verantwortlich für Produkttests und die Technik der Website. Schon im Kindesalter Motorrad verrückt. Seit 1997 Fan von Valentino Rossi und Inhaber der Domain www.valentinorossi.de . Liebt alles rund ums Thema Zweirad und ist hauptberuflich im Bereich T-Security bei einem IT-Dienstleister in Hannover tätig.

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