Smarter Helm im Test: Sena Momentum Evo [Update 26.04.2020]

Unterhalten, navigieren, telefonieren beim Motorradfahren ohne zusätzliche Hardware? Die Intercom-Spezialisten von Sena machen dies durch eine komplette ab Werk Integration von Bluetooth- und Mesh Technologien in den neuen Smarthelm Momentum EVO möglich.

Das integrierte Kommunikationssystem im Sena Momentum Evo bietet das volle All-In-One Paket. Der aus leichtem Fiberglas hergestellte, schlanke Smart-Helm (1590g in Größe L) kommt mit integrierten Lautsprechern, einem integrierten Mikrofon und leistungsstarkem Bluetooth 4.1 daher. Damit lässt sich unkompliziert telefonieren, die Lieblingsmusik abspielen und ganz einfach eine Verbindung zum Turn-by-Turn-GPS Gerät herstellen. Doch der Helm, der in den Konfektionsgrößen M, L und XL und ausschließlich mit Doppel-D Verschluss angeboten wird, bietet noch mehr. Mit Mesh Intercom lässt sich mühelos mit nur einem Klick eine offene Verbindung zu einer unbegrenzten Anzahl von Fahrern in einer Entfernung von bis zu 1,6 km herstellen um mit diesen kommunizieren können. Alternativ kann ein geschlossenes Mesh-Netzwerk erstellt werden und mit bis zu 16 Fahrern über einer Entfernung von bis zu 8 km gesprochen werden. Und das Beste dabei: Dank Mesh-Technologie alles ohne lästiges Koppeln. Aufsteigen, Mesh aktivieren und los gehts! Damit dies klappt ist natürlich auch bei den anderen Bikern ein Mesh-Kommunikationssystem notwendig. Dies kann sowohl der Momentum Evo sein, als aber auch ein anderes Mesh-fähiges Kommunikationssystem, wie z.B. das Sena 30K. Sollte sich im Freundeskreis jemand mit „altem“ Bluetooth-Kommunikationsgerät befinden, lässt sich dieses natürlich auch weiterhin mit dem Helm pairen. Eine Gesprächsrunde kann dann simultan über Bluetooth und Mesh geführt werden, sodass niemand außen vor bleiben muss.

Beim ersten Aufsetzen wird sofort klar, die ergonomisch oval geformte Glasfaserschale mit Windabweiser am Kinn erleichtert nicht nur das Aufsetzen, dank ihrer Form und lasergeschnittener Wangenpolster sitzt der Helm auch äußerst bequem. Bei Temperaturen über 25 Grad sorgt das neue Belüftungssystem dafür, dass man stets einen kühlen Kopf bewahren kann und der vollen Konzentration auf Verkehr und Fahrspaß somit nichts im Wege steht. Dazu trägt auch bei kaltem oder nassen Wetter das nahezu beschlagfreie Pinlock-Innenvisier bei.

Zusätzlich zur neuen Form, die zu einer deutlichen Reduzierung der Windgeräusche gegenüber dem Vorgänger beiträgt, werden Störgeräusche dank Senas patentierter Advanced Noise Control auch aktiv unterdrückt. Im Vergleich mit unserem Shoei NXR oder auch dem X-Lite X-803 ist der Geräuschpegel subjektiv trotzdem höher. Das gesamte Innenleben des Helms wirkt einfach weniger gut ausgestattet. Die gesamte Polsterung ist dünner. Wer generell keine große Lust auf Windgeräusche hat und wie wir mit Ohrstöpseln (hier unser Gehörschutz-Vergleichstest) unterwegs ist, merkt dann aber keinen großen Unterschied mehr beim Geräuschpegel.

In unserer Gesprächskonstellation während des Tests (2x Sena 30K per Mesh, 1x Sena 20S per Bluetooth, 1x Sena Momentum Evo per Mesh + Bluetooth) konnten wir alle Gesprächspartner jederzeit einwandfrei, auch bei höheren Geschwindigkeiten und Entfernungen, verstehen.

Bei mehreren zusätzlich verbundenen Signalquellen wird die aktive hervorgehoben und die anderen in Ihrer Lautstärke gedimmt.
Diese und alle anderen Funktionen des Momentum EVO können bequem und individuell über die Sena Momentum EVO-Utility-App (Android und iOS) angepasst werden. Wie bereits erwähnt lassen sich Optionen wie die Spracherkennungsschwelllautstärke, die Sprache der Ansagen und viele weitere Geräteeinstellungen verändern. So lassen sich zum Beispiel auch die Sender des FM-Radios programmieren, Kurzwahlnummern festlegen oder eine Kurzanleitung ansehen. Mit der RideConnectedApp gibt es außerdem die Option, internationale Telefongespräche mit unbegrenzter Teilnehmerzahl über das mobile Datenkontingent des Smartphones zu führen.

Die Akkulaufzeit in unserem Test war abhängig von den gekoppelten Geräten. Der Hersteller gibt eine reine Sprechzeit von 10 Stunden bei Mesh Intercom und 17 Stunden bei Bluetooth Intercom an. In unserem Mischbetrieb mit Mesh-Intercom, Bluetooth-Intercom, gekoppeltem Smartphone und Navigationsgerät hielt der Akku im Schnitt etwa 9 Stunden durch. Völlig ausreichend für eine ausgiebige Tagestour, zumal der Energiebedarf für eine volle Ladung nach etwa 3 Stunden gedeckt ist. Ist man alleine unterwegs und hat ausschließlich das Handy und das Navi per Bluetooth verbunden dauerte es zwei volle Tage Fahrzeit (etwa 15 Stunden) bis sich der Helm mit „Akkustand niedrig“ meldet.

Der Status des Wifi-Sync Kabels kann in der Sena App eingesehen und angepasst werden

Eine weitere Sache die uns sehr gefallen hat und eine wirkliche Arbeitserleichterung ist, ist das Wi-Fi-fähige Ladekabel (Wi-Fi Sync Cable): Damit wird die Firmware des Helms beim Laden automatisch auf den neuesten Stand gebracht. Kein lästiges Verbinden mehr mit einem Computer um die neueste Software auf das Gerät – den Smart-Helm – zu installieren. Das ist wirklich smart!
Zum Testen haben wir unser Exemplar, der mit der Firmware 1.0 ausgestattet war, an das Ladekabel geschlossen und die entsprechenden WLAN-Zugangsdaten über die App eingegeben und abgewartet. Nach dem Ladevorgang war der Helm mit der neuesten Firmwareversion 1.0.1 ausgestattet (Stand: 04.11.2019). Klasse!

Sena bringt den Motorradhelm Momentum Evo zum Preis von 439 Euro an den Mann (oder die Frau), ein sehr guter Preis, wenn man bedenkt dass der Helm alle Funktionen eines Sena 30K implementiert hat und dieses alleine bereits mit etwa 300 Euro zu Buche schlägt. Man bekommt einen smarten Motorradhelm mit leichten Abzügen in der B-Note beim Thema Polsterung. Dafür entfällt der nachträgliche Anbau des Kommunikationssystems an den Helm, das Verlegen der Mikrofon- und Lautsprecherkabel und auch die Aerodynamik des Helms wird nicht zusätzlich beeinflusst.
Die integrierten Bedienelemente am Helm lassen sich jederzeit, auch während der Fahrt und mit Handschuhen, präzise bedienen und tragen so zu unserem insgesamt guten Gesamteindruck des Helms bei. Ein kleiner Wehrmutstropfen für alle Freunde von bunten Helmdekoren: Sena bietet den Helm ausschließlich in schwarz-matt an.

[Update 04.11.2019: In unserer ursprünglichen Version des Testberichts haben wir von einem dauerhaften Störgeräusch berichtet, dass vom Momentum Evo Helm an alle verbundenen Mitfahrer gesendet wurde. Außerdem war uns aufgefallen dass sich das Visier nur ohne Rasterpositionen öffnen/schließen ließ.
Sena Deutschland hat uns kontaktiert und auf ein vermutlich fehlerhaftes Exemplar des Momentum Evo hingewiesen. Im Nachgang haben wir unseren Helm aus dem Test an Sena gesendet und ein neues Modell zugeschickt bekommen. Dieses Exemplar wies die zuvor genannten Mängel nicht auf, sodass wir unseren Testbericht entsprechend überarbeitet haben.]

[Update 26.04.2020: Sena stellt ein kostenloses Firmware Update auf die 2020er Gerätetechnologie Mesh 2.0 für den Momentum Evo bereit.


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Daniel

Daniel ist Admin des Bremspunkt und verantwortlich für Produkttests und die Technik der Website. Schon im Kindesalter Motorrad verrückt. Seit 1997 Fan von Valentino Rossi und Inhaber der Domain www.valentinorossi.de . Liebt alles rund ums Thema Zweirad und ist hauptberuflich im Bereich T-Security bei einem IT-Dienstleister in Hannover tätig.

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1 Response

  1. 26. April 2020

    […] die letztjährige Sena Mesh-Intercom Produktpalette der ersten Generation (Sena 30K, Sena Momentum Evo und +Mesh-Adapter) wird der Hersteller am 1. Mai 2020 ein globales/mehrsprachiges und vorallem […]

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