Dunlop Sportsmart² Max – besser als der Vorgänger?

Seit Beginn der Saison 2017 gibt es aus dem Hause Dunlop die dritte Generation des bekannten Straßensportreifens. Der Nachfolger des Sportsmart² hat sich optisch nicht verändert. Im Inneren jedoch wurde er komplett überarbeitet. Die Entwickler nutzen hierfür ihre Erfahrung aus dem Rennsport der Langstrecken WM und dem RoadSmart III. Der neue Sportsmart² Max zählt zu den Hypersportreifen und ist nicht nur für Landstraßen, Touren sondern vor allem auch für die Rennstrecke geeignet. Wir haben ihn intensiv getestet auf einer KTM 1290 Super Duke R die bis 2016 noch mit dem Vorgänger dem Sportsmart² vom Werk aus bereift wurde.

Auf der Rennstrecke macht der neue Sportsmart² Max eine gute Figur. Eine sehr gute sogar. Ich war überrascht wie präzise dieser Reifen von Beginn an funktioniert. Zwei Tage lang war ich mit dem Pneu auf dem Rundkurs in Groß Dölln unterwegs. Das Wetter war für einen Reifentest perfekt. Von Sonnenschein bis starkem Regen war alles dabei. Der Luftdruck wurde für das gesamte Testwochenende auf dem Kringel Vorne und Hinten auf 2.0 Bar gesenkt. Dieser Wert erwies sich als gute Basis. Gleich in meinem ersten Turn wollte ich den neuen Sportsmart² Max eigentlich erstmal kennen lernen, vertrauen aufbauen und einfahren. Meine Sorgen wurden mir schnell genommen. Denn wo der Vorgänger noch starke Defizite in den Kaltlaufeigenschaften aufwies fährt sich der neueste Nachfolger als wäre gar keine Aufwärmphase notwendig. Ein hervorragendes Feedback was einem der Reifen vermittelt. Speziell das Vorderrad liegt im direkten Vergleich deutlich sicherer und fällt agiler in die Kurven was man beim schnellen umlegen zu schätzen merkt. Das liegt vor allem an der neuen Konstruktion des Vorderreifens dank der Rayon Karkasse und dem aufgespultem Gürtel (Jointless Belt). Ein weiterer positiver Nebeneffekt dieser Bauweise ist eine 25% höhere Laufleistung.

Das ist aber noch nicht alles. Denn der Querschnitt wurde zudem optimiert was vor allem das Reinbremsen in die Kurve begünstigt und das Aufstellen minimiert. Durch die abgeflachte Schulter haftet der Reifen selbst bei hohen Kurvengeschwindigkeiten stabil auf dem Asphalt. Das Reifenbild nach dem ersten Testtag sieht erstaunlich gut aus. Die Lauffläche ist „Aaal glatt“ wie ein Kollege so schön beschrieben hat. Kein raues aufrubbeln wie man es sonst kennt. Und dabei wurde der Reifen weiß Gott nicht geschont. Die 144Nm der mächtigen Super Duke werden vorbildlich in Vortrieb umgewandelt. Lediglich im 2ten Gang machte sich der 190er Reifen beim Rausbeschleunigen gutmütig bemerkbar. Der Grenzbereich kommt wenn, sehr spät und kündigt sich rechtzeitig an. Im Nassen brauchte ich eine Weile bis ich dem Sportsmart² Max mein Vertrauen schenken konnte. Aber mit jeder Runde mehr durch den Regen stellte sich schnell heraus, dass dieser Reifen sogar dann noch Spaß und gleichzeitig genug Sicherheit bieten kann. Durch die neue Tri-Polymer-Laufflächenmischung mit fein verteiltem Silica vergrößert sich die Reifenaufstandsfläche am Vorderreifen und sorgt so für den nötigen Grip bei Nässe aber auch im Trockenen. Am Hinterreifen wurde die bekannte Multi-Tread-Mischung beibehalten. Das heißt in der Mitte der Lauffläche befindet sich eine widerstandsfähigere Mischung während im Schulterbereich eine weichere Mischung für einen gleichmäßigen Abrieb der Lauffläche sorgt.

Auf der Landstraße wurde der neue Sportsmart² Max im kurvenreichen Weserbergland mit dem vorgegebenen Luftdruck von Vorne 2,5 und Hinten 2,9 Bar weiter getestet. Neben den teils holprigen und geflickten Straßen verhält sich der Reifen auch bei staubigen und leicht schmutzigen Terrain stets sicher und souverän. Alles was einen halt so auf der Landstraße erwartet macht der neue Dunlop wirklich gut. Nach längeren Pausen eierte man mit dem Vorgänger immer wieder herum, weil er nur langsam auf Temperatur kam. Bei dem neuen Sportsmart² Max wurde daraus ein guter Sportreifen dem man wie schon auf der Rennstrecke gelobt ab dem ersten Meter ohne Sorgen fahren kann. Nach all den Testkilometern macht die Profiltiefe noch einen guten Eindruck. Ich würde mal behaupten, dass er je nach Fahrweise gut 5000km halten sollte bis zur gesetzlichen Mindestprofiltiefe. Der Preis für einen Satz liegt im Vergleich zum Vorgänger im gleichen Segment. Als Fazit lässt sich sagen der Sportsmart 2 Max kann nicht nur all das was sein Vorgänger kann, sondern noch deutlich besser und das in wirklich jedem Punkt. Ein wirklich guter Allround Reifen mit sehr viel Reserven für sportliche Fahrer aber auch Hobbyracer.


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Nico

Nico ist seit 2018 Redakteur beim Bremspunkt. Seine Begeisterung gilt nicht nur dem Zweirad, sondern allem mit ordentlich Leistung und Drehmoment.

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