Gepolsterte Funktionsshorts: MotoSkiveez Adventure

Was im Radsport weit verbreitet ist, gibt es jetzt auch speziell angepasst für Motorradfahrer: Gepolsterte Funktionsunterwäsche. Ich habe das Modell „Adventure“ der MotoSkiveez Unterwäscheserie in den französischen Alpen ausführlich getestet.

MotoSkiveez Adventure

MotoSkiveez Adventure

Shawn Lupcho ist ein begeisterter Mountainbiker und auch häufig auf dem Motorrad unterwegs. Doch der Amerikaner konnte auf dem Fahrrad deutlich unbeschwerter seine Kilometer/Meilen abreißen als auf seiner vermeintlich komfortableren BMW GS. Auf Grund der speziellen Sitzpositionen auf einem Motorradsattel passte keine der angebotenen Radler Hosen mit Schaumstoff oder Gelkissen, sodass Lupcho kurzerhand selbst Hand anlegte und spezielle gepolsterte Funktionsshorts für Motorradfahrer entwickelte. Das Ergebnis sind die MotoSkiveez die in den Varianten Sport, Adventure, Cruiser und Lady speziell für Frauen angeboten werden.

Die Adventure Skiveez ist für alle Motorradfahrer geeignet, die Ihr Fahrzeug in einer aufrecht sitzenden Position bewegen. Dies ist der Fall, wenn sich die Knie unterhalb der Sitzfläche und der Hüftgelenke befinden. Bei langen Motorradfahrten liegt die Belastung bei Reiseenduros, Naked Bikes sowie die meisten Sporttourer auf den Innenseiten der Oberschenkel, dem oberen Teil der Leiste sowie Teilen des Beckens. Durch seine speziell an die Körperergonomie angepasste Form reduziert das Polster der Adventure Skiveez den Druck auf die Sitzfläche und schützt zusätzlich an Leiste sowie den inneren Oberschenkeln vor Scheuern. Soweit die Theorie.

In der Praxis hatte ich schon nach dem ersten Auspacken meine Bedenken ob das so funktioniert. Die Qualität sowie die Verarbeitung sind hochwertig, das Design ist modern, jedoch ist das Schaumstoffpolster in der Shorts mit 0,2cm sehr dünn.

Die Skiveez sitzt bequem und das Polster macht sich auch beim Laufen kaum bemerkbar. Eine erste Sitzprobe mit Kombi auf dem Motorrad machte auf den ersten Eindruck keinen Unterschied. Zwar merkt man das Polster leicht beim Sitzen, bequemer oder anders war das Sitzgefühl jedoch nicht.

Auf meiner BMW S1000R war ich Anfang Juli zwei Wochen in den französischen Alpen unterwegs und habe dabei auf mehr als 2000km die Adventure-Variante getestet. Mein erster Eindruck bestätigte sich hier jedoch komplett. Ich konnte keinerlei Unterschied zwischen dem Fahren mit der Skiveez und dem Fahren ohne feststellen. Das Fahrprofil waren Tagestouren durch die Provence und der Côte d’Azur, Pass- und Landstraßen, guter und schlechter Asphalt auf den Nebenstraßen und Stadtfahrten durch das Verkehrschaos von Monaco. Egal wo es auch langging, nach den Ausfahrten die etwa 300km pro Tag lang waren, merkte ich mein Gesäß und meine Oberschenkel genauso wie zuvor ohne die Shorts. Für mich hat die MotoSkiveez, die mit etwa 75 Euro zu Buche schlägt, leider nicht den gewünschten Effekt erzielt. Sicherlich spielen auch die Form und die Härte des Sitzes eine Rolle. Möglicherweise ist dies mit einem anderen MotoSkiveez-Modell oder auf einem anderen Motorrad anders, denn diverse Erfahrungsberichte im Internet die ich zuvor gelesen hatte, bezeugen der Shorts Ihre Funktion. Bei mir war das leider nicht so.

Da die MotoSkiveez durch Ihre Herkunft auf dem amerikanischen Markt bereits weiter verbreitet sind, findet man auf der englischsprachigen Website RevZilla.com weitere Usererfahrungen. Auch dort bietet sich ein breites Bild an verschiedensten Erfahrungen.

Wer bei langen Tourenfahren häufiger mal das Hinterteil spürt, sollte daher selbst einen Test wagen.

Daniel

Daniel ist Admin des Bremspunkt und verantwortlich für Produkttests und die Technik der Website. Schon im Kindesalter Motorrad verrückt. Seit 1997 Fan von Valentino Rossi und Inhaber der Domain www.valentinorossi.de . Liebt alles rund ums Thema Zweirad und ist hauptberuflich im Bereich T-Security bei einem IT-Dienstleister in Hannover tätig.

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