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Im Alltagstest: BS Power Box Air PB02 – Starthilfe und Kompressor für unterwegs

9. Oktober 2026 8 Min. Lesezeit
So wurde getestet

Produkt: BS Power Box Air PB02

Testumgebung: Im Tankrucksack im Motorrad-Alltag

Einsatz: Alltag, Landstraße, Reise

Getestete Funktionen: Starthilfe, Kompressor, Powerbank und Taschenlampe

Bereitstellung: Teststellung von Touratech

Der Test wurde unabhängig gemäß unseren Transparenzregeln durchgeführt.

Eine leere Batterie gehört zu den Dingen, die man auf einer Motorradtour ungefähr so dringend braucht wie einen Nagel im Hinterreifen. Und wenn letzterer schon passiert, wäre etwas Luft ebenfalls nicht schlecht.

Für beide Fälle möchte der Hersteller BS Battery mit der neuen Power Box Air PB02 eine Lösung bieten. Der kleine rote Kasten ist Starthilfe, Powerbank, Taschenlampe und nun erstmals auch Luftkompressor in einem Gerät.

Die normale Power Box PB02 (ohne Air) hatten wir bisher vor allem als kompakten Booster für die Batterie auf dem Schirm. Mit dem integrierten Kompressor wird die neue Air-Version für Motorradfahrer aber deutlich interessanter. Denn wer auf einer längeren Tour ein Reifenflickset dabei hat, kennt das Problem: Den Fremdkörper bekommt man vielleicht noch aus dem Reifen und den Stopfen anschließend hinein – Luft ist danach aber trotzdem keine drin. Genau hier kommt die PB02 Air ins Spiel.

Power Box mit ordentlich mehr auf den Rippen

Mit 187 × 118 × 47 Millimetern und 865 Gramm ist die Air deutlich größer und schwerer als die normale PB02, die mit 170 × 80 × 38 Millimetern und rund 500 Gramm auskommt. Ganz ohne Nebenwirkungen bleibt der zusätzliche Kompressor daher nicht. Vor allem in der Breite hat die neue Variante ordentlich zugelegt. In der Hand fällt der Unterschied sofort auf und unter einer knapp bemessenen Sitzbank wird man für die PB02 Air kaum noch einen Platz finden. Im Tankrucksack oder Motorradkoffer findet sich aber sicher immer ein Platz für das neue Tool.
Wenn man fair sein will, darf man hier aber auch nicht die alte Version direkt mit der neuen vergleichn. Wer bisher eine PB02 und zusätzlich eine elektrische Luftpumpe eingepackt hat, dürfte mit der neuen Air-Version unterm Strich eher Platz sparen.

Geliefert wird das Ganze in einem passenden Aufbewahrungskoffer. Darin finden neben der Power Box auch die Starthilfekabel, der Luftschlauch, verschiedene Adapter sowie die benötigten Ladekabel ihren Platz. So fliegt der ganze Kleinkram wenigstens nicht einzeln durch den Koffer.

Der integrierte Akku besitzt 10.000 mAh beziehungsweise 37 Wh. Interessanterweise hat BS Battery die Kapazität gegenüber der normalen PB02 mit ihren 12.000 mAh sogar etwas reduziert. An der eigentlichen Starthilfeleistung ändert sich nichts: 600 Ampere Startstrom und bis zu 1.200 Ampere Spitzenstrom stehen weiterhin zur Verfügung.

Laut Hersteller reicht das sogar für Benzinmotoren bis sieben Liter und Dieselmotoren bis sechs Liter Hubraum. Für ein Motorrad sollte es also gerade so reichen.

Anklemmen, starten, weiterfahren

Die eigentliche Starthilfe funktioniert erfreulich unspektakulär.

Das intelligente Starthilfekabel wird seitlich an der Power Box angeschlossen, anschließend kommt Rot an Plus und Schwarz an Minus. Eine Statusanzeige am Kabel zeigt an, ob alles korrekt angeschlossen ist. Gegen Verpolung, Kurzschluss, Überstrom und Überhitzung ist das System abgesichert.

Gerade bei einer Funktion, die man hoffentlich nur sehr selten benötigt, gefällt uns diese simple Bedienung. Wer nach zwei Jahren irgendwo am Straßenrand steht, möchte schließlich nicht erst zehn Minuten lang in einer Bedienungsanleitung nach der richtigen Tastenkombination suchen.

Eine Besonderheit gibt es allerdings: Zum Starten verlangt BS Battery einen Ladestand von mindestens 80 Prozent und empfiehlt eine vollständig geladene Power Box. Einmal laden und anschließend jahrelang im Motorradkoffer vergessen ist also keine besonders gute Idee. Während unseres Tests konnten wir jedoch keinen Verlust der Akkukapazität bei Nichtbenutzung messen. Vermutlich wird es also reichen, das Gerät in der Winterpause zu laden und ist dann für den Ernstfall vorbereitet.

BS Battery gibt bis zu 20 Startvorgänge mit einer Akkuladung an. Ob es am Ende zehn, fünfzehn oder tatsächlich zwanzig werden, dürfte für den Motorradfahrer allerdings ziemlich egal sein. Wenn die Batterie morgens vor dem Hotel schlappmacht, braucht man genau einen. Wichtig zu beachten ist jedoch ein anderer Punkt: Die Starthilfefunktion ist ausschließlich für Fahrzeuge mit einer 12-Volt-Blei-Batterie vorgesehen. AGM, Gel und klassische Bleibatterien sind somit kein Problem. Eine Lithiumbatterie dagegen schon. Gerade bei modernen Motorrädern oder nachgerüsteten LiFePO4-Batterien sollte man deshalb vor dem Kauf einmal unter die Sitzbank schauen.

Das Air-Update: Nur heiße Luft?

Der eigentliche Grund, warum wir die Air-Version wesentlich interessanter finden als den Vorgänger, steckt auf der Rückseite des Gehäuses. Dort sitzt der neue Luftkompressor. Luftschlauch anschließen, auf das Reifenventil schrauben und am Display den gewünschten Druck einstellen. Zur Auswahl stehen voreingestellte Programme für Auto, Motorrad, Fahrrad und Ball. Alternativ lässt sich der gewünschte Wert auch manuell vorgeben.

Anschließend genügt ein Tastendruck und die Power Box beginnt zu pumpen. Ist der eingestellte Reifendruck erreicht, beendet sie den Vorgang automatisch. Simpel, aber effektiv. Vor allem muss man nicht wie bei einer einfachen elektrischen Luftpumpe ständig daneben sitzen und auf die Druckanzeige starren.

Der maximal mögliche Druck von 150 PSI beziehungsweise gut 10 bar liest sich im Datenblatt beeindruckend, spielt am Motorrad aber praktisch keine Rolle. Spannender ist die Frage, ob man unterwegs schnell ein paar Zehntel Bar korrigieren oder einen Reifen nach einer Reparatur wieder auf Betriebsdruck bringen kann. Und genau dafür ergibt der kleine Kompressor Sinn.

Wer häufiger längere Touren fährt, kennt die Suche nach funktionierender Druckluft an Tankstellen. Mal ist der Luftprüfer defekt, mal steht gar keiner mehr da und manchmal reicht der Schlauch genau bis zur falschen Seite des Motorrads. Mit der PB02 Air ist man davon unabhängig.

Noch sinnvoller wird die Sache zusammen mit einem Reifenreparaturset. Ein Stopfen im Reifen hilft schließlich wenig, wenn anschließend die Luft zum Weiterfahren fehlt. Bisher musste dafür neben der normalen PB02 noch eine separate Pumpe mit ins Gepäck. Bei der Power Box Air PB02 steckt beides in einem Gehäuse.

BS Battery begrenzt den Dauerbetrieb des kleinen Verdichters auf maximal zehn Minuten. Anschließend muss das Gerät erst einmal abkühlen. Wir haben zum Test unseren Reifen einmal komplett „entlüftet“ und anschließend auf 2,9 Bar aufgepumpt. Die gesamte Befüllung des Hinterreifens dauerte etwa 1,5 Minuten und ist damit weit entfernt vom angegebenen Maximum.

Display und Bedienung

Auf der Oberseite befindet sich ein Display, über das Akkustand und die Funktionen der Power Box angezeigt werden. Im Kompressorbetrieb lässt sich hier auch der gewünschte Reifendruck einstellen.

Die Bedienung ist nach kurzer Eingewöhnung schnell verstanden. Gerade beim Kompressor gefällt uns, dass BS Battery nicht versucht hat, aus der Luftpumpe eine Wissenschaft zu machen. Modus auswählen, Druck einstellen, los. Mehr braucht es eigentlich nicht.

Die automatische Abschaltung ist dabei eine dieser Funktionen, die auf dem Papier ziemlich unspektakulär klingt, im Alltag aber genau richtig ist. Statt permanent auf eine Anzeige schauen zu müssen, kann man die Box einfach ihre Arbeit erledigen lassen.

Powerbank gibt es auch noch

Da in der Power Box ohnehin ein großer Lithium-Akku steckt, lässt er sich natürlich auch für andere Dinge verwenden. Über den USB-A-Anschluss können Smartphone, Navigationsgerät, Intercoms (wie z.B. das Sena 60S aus unserem Test) oder andere USB-Geräte geladen werden. Der Ausgang liefert 5 Volt bei maximal 2,4 Ampere.
Gewünscht hätten wir uns hier vor allem USB-C nicht nur als Eingang, sondern auch als leistungsfähigen Ausgang zu haben. Moderne Smartphones und andere Geräte können inzwischen wesentlich höhere Ladeleistungen verarbeiten. Schade!

Die PB02 Air selbst wird nämlich über USB-C geladen, jedoch auch nur mit maximal 5 Volt und 2 Ampere. Eine komplette Ladung von 6 auf 100% dauerte in unserem Test daher rund fünf Stunden. Auch hier hätte etwas mehr Ladeleistung nicht geschadet. Wer die Box auf einer Urlaubstour abends komplett leer ins Hotelzimmer bringt, muss ihr also etwas Zeit an der Steckdose gönnen.

Die integrierte LED-Taschenlampe mit Dauerlicht, Stroboskop und SOS-Funktion sind zwar nett, aber in der Praxis braucht man diese aus unserer Sicht nicht, so lange man seine Touren nicht regelmäßig in der Nacht absolviert. Dann ist das kleine Licht wahrscheinlich genau das, worüber man sich freut es zu haben.

Fazit

Die BS Power Box Air PB02 versucht vier Geräte in einem Gehäuse unterzubringen. Normalerweise macht uns so etwas eher skeptisch. Hier passt die Kombination jedoch gut zusammen.

Die Starthilfe hilft bei einer alten oder schwachen Batterie. Den Kompressor kann man auch beim normalen Kontrollieren des Reifendrucks gebrauchen und spätestens nach einer Reifenpanne ist man froh, wenn man nicht auch noch nach einer Tankstelle mit funktionierender Druckluft suchen muss. Die Powerbank und Taschenlampe sind nette Zugaben, aber sicher nicht der Grund, sich die PB02 Air zuzulegen. Das langsame Laden mit lediglich 5 Volt und 2 Ampere passt aus unserer Sicht nicht mehr so ganz ins Jahr 2026. Besitzer einer Lithium-Starterbatterie müssen zudem beachten, dass die Starthilfefunktion für ihren Akku nicht vorgesehen ist.

Wer bereits die normale PB02 besitzt, muss wegen der Air-Version nicht automatisch loslaufen und eine neue kaufen. Bei der eigentlichen Starthilfe hat sich wenig geändert. Beide Geräte liefern 600 Ampere Startstrom und maximal 1.200 Ampere Spitzenstrom. Auch Powerbank und Taschenlampe gab es bereits beim Vorgänger. Der große Unterschied ist tatsächlich der Kompressor. Und genau der ist der echte Mehrwert für Motorradfahrer, bei denen der Gepäckplatz immer stark beschränkt ist. Die alte PB02 ist zwar der kompaktere Booster und mit rund 500 Gramm deutlich leichter, aber wer häufiger auf Reisen ist oder Touren in abgelegene Gebiete macht, sollte aus unserer Sicht zur neuen Air-Variante greifen. In Verbindung mit einem Reifenflickset bekommt man damit für einen Preis von rund 200 Euro ein ziemlich komplettes Pannenpaket für Batterie und Reifen.

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