Das Glück scheint in dieser Saison einfach nicht auf der Seite von Vale zu stehen. Die 28-Runden-Hatz von Le Mans begann pünktlich um 14.00 Uhr, bei 20°C und vor 76.200 Zuschauern.
Valentino startete nicht schlecht, war aber in der zweiten Kurve in einen kleinen Tumult verwickelt, bei dem Randy de Puniet stürzte. Trotzdem befand er sich noch auf der sechsten Position - hinter Melandri, Hopkins, Pedrosa, Capirossi und Nakano.
Gibernau und Edwards versuchten, das Feld von hinten aufzurollen, da sie dem Sturz von de Puniet am Anfang ausweichen mussten.
Noch in der ersten Runde ging John Hopkins in Führung, Rossi überholte Nakano. Im dritten Umlauf gab Vale dann richtig Gas, schnappte sich gleich drei Piloten und fuhr zudem noch die schnellste Rennrunde.
Inzwischen wurde Nakano angezeigt, dass er einmal durch die Boxengasse fahren muss, da er einen Frühstart fabriziert hatte.
Vale fuhr eine schnelle Runde nach der anderen und ging sobald in Führung. Pedrosa schob sich auf Rang zwei vor. Zuerst konnte Vale nicht richtig abhauen, es lag immer nur eine halbe Sekunde zwischen den beiden.
John Hopkins, welcher einen Podiumsplatz vor Augen hatte, rutschte in der zehnten Runde über das Vorderrag weg , aber konnte das Rennen fortsetzen. Cardoso gab auf und fuhr in die Box.
Valentino drehte nun richtig auf und nahm Pedrosa teilweise in einer Runde bis zu einer Sekunde ab.
Als Vale's Vorsprung dann bis auf vier Sekunden angewachsen war, passierte das Unmögliche. Alle Rossifans saßen wohl wie gelähmt vor ihrem Fernseher. Vale stand am Rand der Strecke - technischer Defekt. Der sicher geglaubte Sieg wurde nicht wahr. Wieder endete das Rennen in einem "Desaster", es war sozusagen der dritte unverschuldete Ausfall beim fünften Rennen, wenn man den Sturz und die zwei Punkte vom Rennen in Jerez mit dazuzählt. Vale kam total sauer in der Box an, ließ den Helm gleich auf und verschwand in seinem Truck.
Nach einer spannenden letzten Runde gewann schließlich Melandri vor Capirossi und Pedrosa das Rennen .
Valentino hat als WM-Achter jetzt bereits 43 Punkte Rückstand auf Nicky Hayden.
Valentino nach dem Rennen:
"Das Team hat an diesem Wochenende mit dem neuen Chassis einen großartigen Job gemacht und ich habe es genossen, während des Rennens so schnell fahren zu können, es war so ärgerlich, dass es so enden musste und natürlich bin ich sehr enttäuscht. Alles lief sehr gut, die Reifen waren perfekt aber dann ging der Motor aus. So etwas ist mir in meiner Karriere selten passiert und nie mit einem 4-Takter. Dass das heute geschah, is typisch für unser Glück, das wir im Moment haben. Etwas ging bei den ersten Rennen der Saison schief, außer in Qatar und das brachte uns in eine schwierige Situation, wenn man an die WM denkt. Wir wissen, dass die Weltmeisterschaft jetzt eine große Herausforderung ist, aber das letzte Wort wurde noch nich gesprochen. Wir müssen jetzt von Rennen zu Rennen weitersehen, vielleicht für einige Zeit nicht an die WM denken und uns darauf konzentrieren, soviele Rennen wir möglich zu gewinnen."
Ergebnisse:
Pos. Fahrer Hersteller Nat. Zeit 1 M. Melandri Honda ITA 44' 57.369 2 L. Capirossi Ducati ITA +1.929 3 D. Pedrosa Honda ESP +2.269 4 C. Stoner Honda AUS +5.494 5 N. Hayden Honda USA +5.709 6 C. Edwards Yamaha USA +11.519 7 M. Tamada Honda JPN +16.692 8 S. Gibernau Ducati ESP +18.142 9 T. Elias Honda ESP +23.645 10 C. Vermeulen Suzuki AUS +39.362 11 C. Checa Yamaha ESP +47.730 12 S. Nakano Kawasaki JPN +47.782 13 A. Hofmann Ducati GER +1' 9.092 14 J. Ellison Yamaha GBR +1' 16.172 15 J. Hopkins Suzuki USA +2 lap(s)
Schnellste Rennrunde: 1'35.087 Valentino Rossi (2006)
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