Ganz im Gegensatz zu den Wettervorhersagen blieb es heut beim Rennen in Istanbul trocken. Für Vale war es der 100. Start in der Königsklasse der Motorrad-WM.
Das Rennen ging über 22 Runden und Pole-Setter Chris Vermeulen erwischte einen guten Start und ging vor Sete Gibernau und John Hopkins in Führung. Vale konnte anfangs seinen elften Startplatz behaupten, fiel aber durch einen kleinen Verbremser auf Rang 14 zurück. Gibernau sicherte sich derweil die Führung.
Für Vale begann nun eine mühsame Aufholjagd. Zuerst tat er sich schwer, an den beiden Kawasaki-Fahrern Shinya Nakano und Randy de Puniet vorbeizugehen, doch im Laufe des Rennens gelang es ihm, sich immer weiter nach vorn zu arbeiten, er fuhr sogar die selben Zeiten wie die Spitzengruppe.
Gegen Ende des Rennens bildete sich mit Marco Melandri, Casey Stoner und Dani Pedrosa eine Dreiergruppe, Nicky Hayden konnte das Tempo nicht mehr mitgehen. Auch Capirossi und Gibernau, die am Anfang beide noch gut mithalten konnten, fielen immer weiter zurück. Pedrosa, der sich vom 16. Startplatz aus bis ganz nach vorne gekämpft hatte, rutschte in der letzten Runde übers Vorderrad weg und "verschenkte" damit einen Podiumsplatz. In der letzten Runde verlor Stoner noch die Führung an Marco Melandri, welcher dann überglücklich das Rennen gewann. Hayden wurde Dritter.
Vale war als Vierter noch bester Yamaha-Pilot. Wenn er sich am Anfang des Rennens nicht verbremst hätte, hätte er wahrscheinlich um das Podium mitfahren können.
Er liegt jetz auf dem fünften WM-Rang, hat aber nur zwölf Punkte Rückstand auf den neuen WM-Spitzenreiter Nicky Hayden.
Valentino nach dem Rennen: "Ich hatte einen guten Start, musste aber dann an den Sturz in der ersten Kurve in Jerez denken und an das, was im 250er Rennen mit Lorenzo passiert war, also entschied ich mich, nach innen zu fahren. Das kostete mich vier oder fünf Plätze. Am Ende der ersten Runde hatte ich diese Plätze schon wieder gutgemacht, aber dann habe ich mich in der zweiten Runde verbremst und drei Sekunden und damit die Möglichkeit auf einen Podiumsplatz verloren. Wir hatten an diesem Wochenende so viele Probleme und konnten einige davon mit großen Veränderungen, die wir im Warm-Up vornahmen, lösen. Dann war das Motorrad okay, besonders in der zweiten Hälfte des Rennens, da hat es mir wirklich Spaß gemacht. Es wird sehr interessant zu sehen, was wir morgen beim Test noch herausfinden können, weil es eine lange Meisterschaft ist und das wichtigste ist jetzt nicht, wo wir uns in der WM befinden oder der Abstand zum WM-Führenden. Das wichtigste ist, dass das Motorrad gut funktioniert. Das ist sehr schwer und wenn man Probleme hat, verliert man nicht einen oder zwei Plätze, sondern zehn. Es war ein toller Kampf an der Spitze und es war schade, dass ich nicht dabei war. Wenn ich mir die WM jetzt anschaue, würde ich sagen, dass die Top Sieben alle Chancen haben, den Titel zu gewinnen, aber es ist noch ein langer Weg."
Ergebnisse:
Pos. Fahrer Hersteller Nat. Zeit 1 M. Melandri Honda ITA 41' 54.065 2 C. Stoner Honda AUS +0.200 3 N. Hayden Honda USA +5.458 4 V. Rossi Yamaha ITA +6.209 5 T. Elias Honda ESP +6.587 6 L. Capirossi Ducati ITA +16.682 7 C. Vermeulen Suzuki AUS +16.777 8 S. Nakano Kawasaki JPN +21.537 9 C. Edwards Yamaha USA +22.847 10 M. Tamada Honda JPN +30.483 11 S. Gibernau Ducati ESP +30.543 12 R. De Puniet Kawasaki FRA +34.284 13 K. Roberts Team Roberts KR USA +45.112 14 D. Pedrosa Honda ESP +53.525 15 C. Checa Yamaha ESP +59.855 16 A. Hofmann Ducati GER +1' 1.241 17 J. Hopkins Suzuki USA +1' 38.628 18 J. Ellison Yamaha GBR +1 lap(s)
Schnellste Rennrunde: 1'52.877 (Toni Elías)
Quelle: Pressemitteilung
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